Im Spiegel des Wassers - Abstrakte Natur
Galerie Martina Kaiser, Cologne 2026
Galerie Martina Kaiser
Matthias Meyer „Im Spiegel des Wassers – Abstrakte Natur“
Eröffnung: Freitag, 8. Mai um 19:00 Uhr
Die Einführung spricht die Kunst- und Kulturjournalistin Yorca Schmidt-Junker
Die Galerie Martina freut sich auf die zweite große Einzelausstellung von Matthias Meyer. Mit „Im Spiegel des Wassers – Abstrakte Natur“ knüpft der Meisterschüler Gerhard Richters an seine fulminante Präsentation von 2025 an.
Vom Publikum und Feuilleton im letzten Jahr für seine luziden Wasserlandschaften gefeiert, zeigt Matthias Meyer zum Auftakt der Sommersaison neue Werke – und treibt mit „Im Spiegel des Wassers – Abstrakte Natur“ die Abstraktion von Naturphänomenen weiter voran. Gewässer, Gräser, Schilfformationen und Gartengewächse mutieren hier zu hypnotischer Materie, in denen die eskalierende Formauflösung zum grundlegenden Prinzip wird. Farbe - teils wie hingehaucht, teils betont gestisch eingesetzt - bedient nicht länger das Repetieren und Nachahmen des realen Motivs, sondern kreiert vielmehr einen eigenen Bildkosmos, an dessen Ende die Erzeugung von Tiefenillusion und Multidimensionalität steht.
Es sind Stimmungen und Resonanzen von vergangenen Naturerlebnissen, die Matthias Meyer auf seine Leinwände bannt. Statt seine Gemälde in Gegenständlichkeit und damit in vorgegebener Form zu begrenzen, erschafft er einen vom Motiv losgelösten Raum, der sich aus dem Gefühl der Erinnerung speist. Und uns vor essenzielle Fragen stellt: Was bleibt von originärer Wahrnehmung übrig? Welche Veränderungen, Verklärungen und Verfälschungen durchlaufen (Natur)Erfahrungen in der Rückschau?
Der Mülheimer Künstler zeigt uns einen Zwischenraum, einen assoziativen Naturmoment, schwer fassbar, abstrakt und diffus, aber dennoch marginal optisch greifbar und mit einem Restbestand von Bildhaftigkeit. Durch die bildimmanente Unschärfe und eine fast gläserne Aura haftet den Werken etwas Fließendes an, während lineare Strukturen, grafische Elemente und ein subtil gestischer Duktus Textur und Dynamik erzeugen.
Die beschriebene Bildhaftigkeit scheint sich dann in ausgewählten Papierarbeiten, die seinen Tableaus gegenübergestellt werden, vollends verflüchtigt zu haben. In expressiven Gitterstrukturen, gebrochen von Verwischungen, Farbtropfen und Diffusionen, zelebriert Matthias Meyer die endgültige Befreiung von Form und Farbe. Und präsentiert uns eine Vision von Natur, die sich jeglicher schematischen Kategorisierung entzieht. (Yorca Schmidt-Junker)
Matthias Meyer (*1969) lebt und arbeitet in Mülheim an der Ruhr. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, wurde Meisterschüler Gerhard Richters und setzte dann seine Ausbildung bei Prof. Dieter Krieg fort. Sein Werk wurde mit diversen Preisen geehrt, darunter das Max-Ernst Stipendium (1994) und der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft (2023). Galerie-Ausstellungen in Europa, Japan und den USA wurden ihm zuteil, ergänzt von Museumsausstellungen u.a. im Kunstverein Leverkusen (2014), Kunstmuseum Mülheim a.d. Ruhr (2017), Kunstverein Speyer (2024) sowie jüngst der Akzo Nobel Art Foundation in Amsterdam/NL. Neben zahlreichen internationalen Privatsammlungen ist er auch in vielen renommierten Corporate Collections vertreten, u.a. Deutsche Bank/Frankfurt, Nationalbank/Essen, Willy-Brandt Haus/Berlin und dem Schweizerischen Bankenverein/London.